Finanzinvestor

Main Capital expandiert

Gleich vier deutsche Firmen auf einmal erwirbt der auf Unternehmenssoftware spezialisierte Finanzinvestor Main Capital Partners.

Main Capital expandiert

cru Frankfurt

Gleich vier deutsche Firmen auf einmal erwirbt der auf Unternehmenssoftware spezialisierte Finanzinvestor Main Capital Partners. Das nordeuropäische Private-Equity-Haus mit Wurzeln in Den Haag, das inzwischen ein Büro in Düsseldorf aufgebaut hat, übernimmt Mehrheitsanteile an den süddeutschen Unternehmen Nissen & Velten, das ERP-Software für den Großhandel anbietet, sowie Texdata, einem Spezialisten für den Modesektor, Aruba und Litreca. Das will Main Capital am heutigen Dienstag offiziell bekannt geben.

In Finanzkreisen wird das Transaktionsvolumen auf einen Betrag zwischen 50 Mill. und 100 Mill. Euro geschätzt. Zusammen sollen die vier Firmen eine neue Business-Software-Gruppe bilden, die den Namen Enventa trägt. Alle Führungskräfte und Gründer bleiben den Angaben zufolge in der neuen Gruppe und investieren.

„Wir haben schon viel im Sektor ERP (Enterprise Resource Planning) gemacht. Jetzt nutzen wir die Gelegenheit, um auf diesem fragmentierten Markt einen größeren Spieler aufzubauen, für den wir auch weiter zukaufen können“, sagte Main-Capital-Partner Sven van Berge, der als Deutschlandchef das Düsseldorfer Büro leitet, der Börsen-Zeitung.

2,2 Mrd. Euro in Verwaltung

Main Capital, die insgesamt ein Vermögen von 2,2 Mrd. Euro für überwiegend institutionelle Investoren verwaltet, hatte in den vergangenen Jahren schon etliche deutsche Softwarefirmen erworben, darunter GB Tec sowie Cleversoft, ein Spezialist für das aufsichtsrechtliche Berichtswesen in der Finanzbranche, und die Mach AG, ein Softwareanbieter für die öffentliche Verwaltung. Der Finanzinvestor gilt mit Software-Investments in Benelux, dem deutschsprachigen Raum und Skandinavien inzwischen in Anspielung auf den größeren US-Wettbewerber als „Thoma Bravo von Europa“.

Der konsolidierte Umsatz der neu entstehenden Softwaregruppe En­venta werde für 2022 auf rund 25 Mill. Euro prognostiziert und werde mit einer zweistelligen Rate wachsen. Das mache Enventa zu einem „Rule of 40“-Unternehmen mit einer kombinierten Wachstumsrate und Gewinnmarge von mehr als 40%. Insgesamt werde die Gruppe nun rund 200 Mitarbeiter beschäftigen. Zu den Kunden von Enventa, die von den vier operativen Unternehmen betreut werden, gehören unter anderem Lufthansa, Leica Camera und Kyocera Fineceramics Precision.

Main Capital selbst hat 45 Mitarbeiter, die von Büros in Den Haag, Stockholm und Düsseldorf aus arbeiten. Der Finanzinvestor hat bislang in mehr als 130 Softwareunternehmen investiert. Diese Unternehmen haben Arbeitsplätze für rund 4000 Mitarbeiter geschaffen.