Aktienmarkt

Dax zeigt sich robust

Europas Aktienmärkte haben am Dienstag Sorgen vor konjunkturellen Rückschlägen und einer verschärften geldpolitischen Wende in den USA getrotzt. Insbesondere Bankwerte zeigten sich fest.

Dax zeigt sich robust

xaw Frankfurt

Trotz der grassierenden Rezessionsängste haben sich Europas Aktienmärkte am Dienstag robust gezeigt. Der Dax stieg bis auf 14508 Punkte und schloss mit einem Plus von 1% auf 14473 Zählern. Der Euro Stoxx 50 legte um 0,9% auf 3917 Punkte zu.

Allerdings waren die Handelsumsätze an den europäischen Börsen im Zuge der Unsicherheit um den Ukra­ine-Krieg und steigende Ölpreise ab­gesackt. In einem solchen Umfeld geringer Kauf- und Verkaufsbereitschaft kann das Engagement von Schnäppchenjägern, die gesunkene Kurse zum Einstieg nutzen, laut Analysten große Wirkung entfalten.

Zudem hätten die Anleger „er­staunlich gelassen“ auf die jüngsten Kommentare von Fed-Chairman Jerome Powell reagiert, wie Portfoliomanagement-Chef Thomas Altmann von der Investmentboutique QC Partners betont. Der Vorsitzende der US-Notenbank hatte am Vortag eine weitere Verschärfung der Geldpolitik angedeutet. Angesichts der „viel zu hohen“ Inflationsrate sei es denkbar, dass die Fed den Leitzins bei einer oder mehreren Sitzungen um mehr als 25 Basispunkte erhöhe.

Am europäischen Aktienmarkt verliehen Powells Äußerungen zunächst vor allem Finanzwerten Auftrieb. Der Stoxx-Index der Bankenbranche war mit einem Anstieg um 2,4% das stärkste Sektorbarometer im Stoxx Europe 600. Die Aktie der Deutschen Bank führte unterdessen mit einem Plus von 5,6% auf 11,70 Euro den Dax an, während Commerzbank um 3,6% auf 7,32 Euro zulegten und somit zu den Tagesgewinnern im MDax gehörten. Steigende Zinsen wirken sich in der Regel positiv auf die Ertragsentwicklung der Geldhäuser aus.

Unterdessen stiegen Adidas um 1,5% auf 216,65 Euro, das Papier von Konkurrent Puma zog gar um 3,2% auf 78,08 Euro an. Die Aktien der Sportartikelhersteller profitierten von unerwartet starken Zahlen des Weltmarktführers Nike. Die Investmentbank Goldman Sachs hob insbesondere das verbesserte China-Geschäft des US-Konzerns hervor, mehrere Analysten erhöhten die Kursziele für die Nike-Aktie.

Unter den Nebenwerten stach insbesondere die Aktie des Softwareanbieters Nemetschek hervor, die zeitweise um mehr als 13% zulegte und mit einem Plus von 10% auf 89,84 Euro schloss. War der Titel in den vergangenen Wochen noch unter Druck geraten, sorgte nun ein überraschend positiver Ausblick für Rückenwind. Der Bau- und Designsoftwarespezialist peilt für das laufende Jahr ein Umsatzplus von 12 bis 14% an, der Markt hatte lediglich mit einer Steigerung um 10% gerechnet. Auch die Profitabilität soll stärker zulegen als bislang erwartet. Analysten warnten aber auch, dass die Prognose kaum Spielraum für mögliche Belastungen infolge des Ukraine-Kriegs lasse.