Finanzmärkte

US-Daten setzen Dollar unter Druck

Die US-Arbeitsmarktdaten haben am Freitag dem Dollar schwer zugesetzt. Der Euro zog um 1,7 % an.

US-Daten setzen Dollar unter Druck

ck Frankfurt

Der US-Arbeitsmarktbericht hat am Freitag den Dollar auf Talfahrt geschickt. Der Dollar-Index, der den Wert des Greenback zu sechs anderen Industrieländerwährungen abbildet, sank bis auf 110,96 Punkte und lag am Abend mit einem Minus von 1,4% bei 111,35 Zählern, der Euro kletterte um 1,7% auf 0,9914 Dollar. Noch kräftigere Gewinne erzielten risikobehaftetere Währungen. So zog der australische Dollar um 2,5% auf 64,44 US-Cent an. Der Goldpreis profitierte von der Dollar-Schwäche und stieg um 2,7% auf 1673 Dollar. Im Oktober wurden per saldo 263000 neue Stellen geschaffen, mehr als mit 200000 laut Bloomberg vom Konsens erwartet worden waren. Dagegen stieg die Arbeitslosenrate von 3,5% auf 3,7%, dies ist höher als erwartet, und der Anstieg der Stundenlöhne ist von 5% im September auf 4,8% gesunken.

Analysten bezweifeln jedoch, dass die Daten für ein langsameres Zinsanhebungstempo sprechen. „Der anhaltende relativ lebhafte Stellenaufbau macht in Verbindung mit dem höher als erwartet ausgefallenen Anstieg der Stundenlöhne eine abermalige kräftigere Leitzinsanhebung auf der nächsten FOMC-Sitzung wahrscheinlich – ungeachtet dessen, dass die Arbeitslosenquote etwas angestiegen ist“, kommentierte die Landesbank Baden-Württemberg die Daten. Mit 261000 neu geschaffenen Arbeitsplätzen habe die Zahl der Neu­einstellungen im Oktober erneut positiv überrascht, so die DWS. Jedoch verblieben Zeichen einer anhaltenden, milden Abschwächung, da die Neueinstellungen unter ihrem gleitenden Drei- und Zwölf-Monats-Durchschnitt von 289000 bzw. 442000 lägen. „Insgesamt dürfte der aktuelle Bericht jedoch den Druck auf die US-Notenbank weder erhöhen noch verringern. Die leichte Abschwächung bei den Neueinstellungen, ein etwas geringeres Lohnwachstum und eine leicht höhere Arbeitslosenquote könnten erste Anzeichen dafür sein, dass sich höhere Leitzinsen auf die Arbeitsmärkte auszuwirken beginnen.“ Es scheine jedoch so, dass die US-Notenbank noch immer nicht genug getan habe, um die Arbeitsmärkte wieder in ein inflationsfreundliches Gleichgewicht zu bringen.

Anleihen geben nach

Die europäischen Aktienmärkte bauten nach den Daten ihre Gewinne aus. Der Dax zog über die Marke von 13500 Punkten bis auf 13542 Zähler an und schloss mit einem Gewinn von 2,5% bei 13460 Punkten. Anleihen gaben dagegen nach. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe zog bis auf 2,315 % an und lag zuletzt 5 Stellen über Vortagsniveau bei 2,30%.

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