Aktienmarkt

Dax geht die Kraft aus

Dem Dax ist nach seinem am Vortag erreichten Rekordhoch am Mittwoch die Kraft ausgegangen. Die Sorgen der Anleger bezüglich einer kontraktiveren Geldpolitik sind noch nicht ausgestanden.

Dax geht die Kraft aus

xaw Frankfurt

Dem Dax ist nach seinem zum Start der verkürzten Handelswoche erreichten Rekordhoch am Mittwoch die Kraft ausgegangen. Im frühen Handel zeigte sich der deutsche Leitindex zwar fester, im Anschluss trat er aber lange auf der Stelle und schloss mit einem Minus von 0,1% auf 15451 Punkte. Der Euro Stoxx 50 gab um ebenfalls 0,1% auf 4032 Zähler nach.

Der Rückenwind, den Europas Aktienmärkte zuletzt vonseiten der Notenbanken erhalten hatten, scheint angesichts der bereits sehr hohen Kursniveaus vorerst aufgebraucht. Hochrangige Mitglieder der Federal Reserve hatten zu Wochenbeginn betont, nur mit vorübergehenden Inflationsanstiegen zu rechnen, und damit ein Argument für frühzeitige Zinsanhebungen abmoderiert. Allerdings rückt laut Fed-Vizepräsident Richard Clarida der Zeitpunkt näher, an dem über eine Drosselung der Anleihekäufe diskutiert werden müsse. Die Sorgen der Börsianer hinsichtlich einer kontraktiveren Geldpolitik bestehen also weiter.

Dass die US-Währungshüter angesichts der Umstellung von einem festen auf ein durchschnittliches Inflationsziel in der Reaktion auf Inflationsanstiege über mehr Flexibilität verfügen und offenbar weiterhin keine Notwendigkeit zu einer Zinswende sehen, bescherte europäischen Bankaktien am Mittwoch Rückschläge. Denn zahlreiche Ökonomen gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank die Leitzinsen im Vergleich zur Fed noch verzögert anheben dürfte. In einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld leiden unter anderem die Einnahmen der Geldhäuser im Kreditgeschäft.

Die Aktie der Commerzbank lag im Verlauf lange am Ende des MDax und beendete den Handel mit einem Minus von 2,2% auf 6,46 Euro. Deutsche Bank rutschten zeitweise um 2,5% ab und schlossen mit einem Minus von 1,2% auf 12,13 Euro. Allerdings hatte das Papier des Finanzinstituts, das am Donnerstag zur Hauptversammlung lädt, am Vortag auch den höchsten Stand seit 2018 markiert. Damit goutierten die Investoren Erfolge bei der von Konzernchef Christian Sewing angestoßenen Restrukturierung und eine zuletzt starke Geschäftsentwicklung.

Im MDax blieb die Aktie von K+S mit einem Plus von 5,5% auf 10,78 Euro Tagessieger. Marktteilnehmer verwiesen dabei auf die angespannte Lage zwischen Brüssel und Minsk – so spekulieren Investoren offenbar auf Sanktionen der Europäischen Union gegen den Düngemittelkonzern Belaruskali und eine daraus resultierende Verknappung des Kalidünger-Angebots in Westeuropa. Das Kasseler Unternehmen hatte seine Ergebnisprognose aufgrund der raschen Erholung der Kaliumchloridpreise in Übersee im ersten Quartal und der Erwartung eines verbesserten Auftausalzgeschäfts Mitte Mai ohnehin angehoben.

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