Kapitalmärkte

Zinsängste machen Dax zu schaffen

Die Angst vor den konjunkturellen Folgen sich nun beschleunigender Leitzinsanhebungen hat am Freitag für eine gedrückte Stimmung am Aktienmarkt gesorgt.

Zinsängste machen Dax zu schaffen

ku Frankfurt

Die Angst der Marktteilnehmer vor deutlichen Zinserhöhungen zur Bekämpfung der Inflation vor dem Hintergrund einer sich abzeichnenden Rezession hat am Freitag die Kursniveaus an den Aktienmärkten gedrückt. Der Dax gab um 2,5% auf 14142 Punkte nach, der Euro Stoxx 50 um 2,2% auf 3840 Zähler. Ein schwacher Handelsstart an der Wall Street drückte das Kursniveau in Europa noch einmal.

Nach entsprechenden Kommentaren des amerikanischen Notenbankpräsidenten Jerome Powell wird nun damit gerechnet, dass die amerikanische Notenbank im Mai den Leitzins um 50 Basispunkte anheben könnte. Dabei sorgen die hohen Energiekosten infolge des Ukraine-Kriegs und die Probleme mit den Lieferketten nicht nur für eine hohe Inflation, sondern auch für eine verminderte Kaufkraft der Konsumenten in den Industrieländern und für sinkende Unternehmensgewinne.

Als von den steigenden Zinsen besonders betroffen gelten Wachstumswerte. So gaben Delivery Hero am Freitag um 4,6% auf 32,61 Euro, Zalando um 4,5% auf 40,41 Euro und Hellofresh um 5,7% auf 36,72 Euro nach. Als Enttäuschung wurden die Quartalszahlen des größten deutschen Softwarekonzerns SAP empfunden. Die Aktie verbilligte sich um 2% auf 97,57 Euro. Es gab aber auch Lichtblicke im Dax. Heidelberg Cement kletterten um 0,8% auf 53,92 Euro, nachdem der Wettbewerber Holcim positiv ausgefallene Zahlen vorgelegt hatte.

Am Anleihemarkt setzte sich der Renditeanstieg fort. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen er­reichte 0,972%. Die Perspektive schneller steigende Zinsen in den USA setzte die Gemeinschaftswährung unter Druck. Der Euro büßte 0,6% auf 1,078 Dollar ein. Sorgen wegen der sich abzeichnenden weltweiten Konjunkturschwäche und der Rückwirkungen auf den Ölverbrauch haben den Preis des wichtigsten Energieträgers unter Druck gesetzt. Rohöl der Sorte Brent Crude verbilligte sich um 1,6% auf 106,55 Dollar je Barrel. EU-Außenminister Josep Borrell hatte eingeräumt, dass derzeit nicht mit einem Konsens innerhalb der EU für einen raschen Boykott russischen Erdöls zu rechnen ist. Für den Fall eines solchen Boykotts rechnen die Rohstoffanalysten von J.P. Morgan mit einem Anstieg des Ölpreises auf 185 Dollar je Barrel.

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