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Redaktion

Produktoffensive im ersten Halbjahr - Dividende steigt langsamer als in den Vorjahren - Währungen drücken 2019 weniger
Henkel will mit neuen Produktlinien und viel Marketing das Wachstum ankurbeln. Vor allem in der Kosmetik und in Nordamerika hat der Konsumgüterkonzern Verbesserungsbedarf. Das Geld für weitere Akquisitionen ist vorhanden.

ak Düsseldorf - Nach Prognoseschock und Strategieschwenk vor vier Wochen hat Henkel-Chef Hans Van Bylen bei der Bilanzvorlage Details zur geplanten Produktoffensive vorgestellt. Der Klebstoff- und Konsumgüterkonzern verpasst einer ganzen Reihe seiner Marken einen neuen Anstrich. Auch einige neue Marken kommen auf den Markt. Viele der neuen Produkte folgen dem Trend grün und vegan. Die neue Haarkolorationsmarke "Only Love" soll frei von Ammoniak und Silikon sein, die große Shampoo-Marke Schauma gibt es künftig in veganer Formulierung und bei Reinigungsmitteln sind "Pro Nature"-Produktlinien geplant.

"Alle vorgestellten Initiativen kommen im ersten Halbjahr auf den Markt", sagte Van Bylen. Im Januar hatte Henkel angekündigt, zusätzlich 300 Mill. Euro jährlich vor allem ins Marketing stecken zu wollen. Für mehr Wachstum verzichtet der Konzern auf Rendite: Erstmals seit Jahren wird die bereinigte Ebit-Marge 2019 sinken. Der Vorstand prognostiziert einen Wert zwischen 16 und 17 %. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag die Kennziffer bei 17,6 %. Die Wechselkurse werden in diesem Jahr den Umsatz weniger belasten, erläuterte Finanzvorstand Carsten Knobel. Im Vorjahr hatten negative Währungseffekte den Umsatz um satte 1,1 Mrd. Euro gedrückt. Das Management rechnet mit Materialpreissteigerungen im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Die Dividende steigt weiter, allerdings fällt das Plus von lediglich 6 Cent deutlich geringer aus als in den Vorjahren. Henkel zahlt den Vorzugsaktionären 1,85 Euro, was einer Ausschüttungsquote von 30,9 % entspricht. Für die Zukunft hatte Henkel bereits die Anhebung der Ausschüttungsquote um fünf Prozentpunkte auf 30 bis 40 % (Basis ist das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie) angekündigt. Nach dem Kurssturz im Januar nahmen die Anleger die Nachrichten am Donnerstag gnädig auf, die Aktie lag leicht im Plus.

Knobel erläuterte, dass auch künftig die Kapitalallokation sich auf Investitionen, Zukäufe und Dividendenzahlungen verteilen werde. Aktienrückkäufe sind - auch wenn sie bei anderen Großkonzernen im Trend liegen - bei Henkel kein Thema, obwohl die Hauptversammlung einen neuen Vorratsbeschluss fassen soll.

"Wir haben eine starke Bilanz", betonte Vorstandschef Van Bylen. Im vergangenen Jahr hatte Henkel jedoch lediglich 432 Mill. Euro für Zukäufe ausgegeben, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Größte Akquisition war ein chilenischer Klebstoffhersteller, dessen Kaufpreis 343 Mill. betrug. Ende 2016 hatte Henkel außerdem einen Venture-Capital-Topf von 150 Mill. Euro bereitgestellt. Davon sind bis Ende 2018 rund die Hälfte investiert oder fest zugesagt.

Vorstandsbezüge sinken

Für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände plant Henkel für das laufende Jahr zwischen 750 und 850 Mill. Euro ein, was unter dem Wert von 2018 (853 Mill. Euro) liegen würde.

Das vergangene Geschäftsjahr dürfte der Vorstand schnell abhaken wollen. Der Geschäftsbericht legte noch einmal in nackten Zahlen die Problemfelder offen: In der kleinsten Konzernsparte Kosmetik (Beauty Care), die mit einem organischen Umsatzminus von 0,7 % ihr Wachstumsziel verfehlte, ist die Rendite auf das eingesetzte Kapital auf 14,8 (i.V. 17,6) % geschrumpft. Die Wertschöpfung (Economic Value Added) brach um 12 % ein. Größere Portfolioveränderungen stehen laut Van Bylen dennoch nicht auf der Agenda. Henkel sieht sich im Nischenmarkt Friseurgeschäft mit jetzt 1 Mrd. Euro auf einer führenden Position, in Massenmärkten wie Duschgels und Shampoos, die die Konkurrenz dominiert, steht der Konzern aber unter starken Preisdruck.

In Nordamerika, wo Henkel zu Beginn des vergangenen Jahres signifikante Logistikprobleme hatte und eine Zeit lang nicht oder eingeschränkt ausliefern konnte, ist das operative Ergebnis (Ebit) 2018 um 44 % auf 406 Mill. Euro gefallen.

Die Entwicklung schlägt sich auch in der Vorstandsvergütung nieder: Die Gesamtbezüge 2018 sanken pro Vorstandsmitglied mindestens um eine halbe Million Euro.

- Wertberichtigt Seite 8

Börsen-Zeitung, 22.02.2019, Autor Antje Kullrich, Düsseldorf, Nummer 37, Seite 9, 585 Wörter

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