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Redaktion

KOMMENTAR - DEUTSCHE BAHN
Bahn-Chef Rüdiger Grube ist im Streit mit dem Aufsichtsrat über eine Vertragsverlängerung zurückgetreten. Ob die Handelnden gewusst haben, was sie taten? Es ist zu bezweifeln. Und was noch schlimmer ist: Allem Anschein nach haben gerade die Vertreter der Anteilseignerseite die Deutsche Bahn mit vollem Karacho an den Prellbock gesetzt - ohne einen Plan B zu haben. Wissend, dass sie den Staatskonzern damit über eine längere Zeit hinweg lähmen, der doch so dringend eine Weiterentwicklung benötigt. Und das Ganze - die Steigerung des Absurden - war wohl eine Attacke aus dem Hinterhalt.

Am Freitag hatte der Personalausschuss des Bahn-Aufsichtsrats noch beschlossen, den Ende 2017 auslaufenden Vertrag von Grube um drei Jahre zu verlängern - so wie von ihm gewünscht. Es war auch der Konsens, zu dem die Koalitionsspitzen von Union und SPD gekommen waren, um diese wichtige Personalie aus dem Wahlkampf herauszuhalten. Doch gestern war dann alles ganz anders.

Obwohl Grube nicht nur auf eine Anhebung des seit acht Jahren unveränderten Gehalts verzichtet hatte, sondern auch auf eine Abfindung bei einem vorzeigen Abgang, wurde ihm entgegen den Absprachen doch nur eine zweijährige Verlängerung offeriert. Dass er danach den Bettel hinschmiss, darf keinen verwundert haben - zumal Grube seit Monaten beteuerte: "Ich bin noch nie hinter meinem Vertrag hergelaufen." Ein verantwortungsvoller Aufsichtsrat hätte also gewarnt sein müssen.

Kein Zweifel: Die Bilanz des 65-Jährigen ist gemischt. Auch fast acht Jahre nach Amtsantritt hakt das Brot-und-Butter-Geschäft, können die schnellen ICEs nur mit happigen Preisnachlässen gefüllt werden, schreibt der Güterverkehr rote Zahlen und gehen immer mehr Regionalverkehre an Wettbewerber verloren. Zum Teil sind diese Probleme aber Folge einer Berliner Politik, die nicht weiß, was sie mit der Bahn anfangen soll. Soll der jahrzehntelang hoch defizitäre Staatskonzern Gewinne zeigen oder Züge noch in den letzten Winkel des Landes fahren lassen, wie es Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt überraschenderweise im vergangenen Sommer forderte.

Diese Politik ohne Konzept muss jetzt einen neuen Bahn-Chef finden. Realistischerweise wird sich die wahlkämpfende Koalition nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen können - auch, weil eine Vergütung von überschaubaren 1,5 Mill. Euro jährlich gestandene Manager eher kaltlässt. Und Attacken aus dem Hinterhalt schrecken selbst den Gutwilligsten ab.


Börsen-Zeitung, 31.01.2017, Autor Ulli Gericke, Nummer 21, Seite 1, 349 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2017021004&titel=Die-Steigerung-des-Absurden
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